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Schöne neue Arbeitswelt der Zukunft: Die Angst kommt mit der Flexibilität

Ein Interview über Cafè Latte in der Karibik und die Bedürfnisse der Talents von morgen

Die Mitarbeiter der Zukunft brauchen moderne Arbeitswelten. Büros, die Kommunikation vereinfachen, Arbeitszeitmodelle, die der Demographie der Gesellschaft entgegenkommen und die mit zeitgemäßen technischen Tools die Generation der Millennials abholt. Paul Zawilensky ist nach seinem ersten Job über Manpower seit 24 Jahren bei Microsoft und nebenbei Bandleader der Dub Band Dubblestandart. Er war federführend bei der Umgestaltung des Microsoft Bürogebäudes beteiligt und hat in seiner Funktion als Real Estate & Facility Manager die modernen Arbeitswelten und die Herausforderungen für Arbeitsmarkt, Industrie und Recruiting immer im Fokus. In wenigen Tagen geht es für ihn wieder nach New York. Doch auch dort arbeitet er, denn sein Arbeitsplatz ist dort, wo er ist. Während Skype Calls, Messenger-Anfragen und einem gelebten „Always-On“-Modus hat er sich für ein Interview mit uns Zeit genommen.

Experis:
Du warst maßgeblich mitverantwortlich für den Umbau des Microsoft Gebäudes. Da habt ihr die kühne Vision gehabt, eine moderne neue Arbeitswelt zu schaffen, die Menschen fördert, fordert und auch zu Höchstleistungen motiviert. Ihr habt jetzt keine Büros mehr, keine fixen Arbeitszeiten, es ist alles Vertrauensarbeitszeit und es wirkt ein bisschen so wie: Jeder kann selbst bestimmen, was er wann wo tut. Wie läuft das so bei euch, wie seid ihr das angegangen?

Interview mit Paul von Microsoft über Trends am Arbeitsmarkt

Paul Zawilensky: 
Wer Microsoft kennt, weiß, wir sind ein Lösungs- und Softwareunternehmen, wir verändern uns gerade sehr stark. Wir haben eine Produktpalette, die sich immer mehr hinsichtlich Cloud Services entwickelt, hinsichtlich Virtualität. Aber über allem steht der Nimbus, dass Microsoft Kommunikation verkauft, unterstützt und begleitet. Wenn ich also ein Office bauen will oder einen Ort der Begegnung, um das jetzt einmal eher romantisch zu sagen, dann muss ich mir anschauen, welche Menschen begegnen sich dort, wie fühlt sich jemand, der für Microsoft tätig ist, wohl und was möchte ich einem Kunden zeigen, wenn ich ihm den Microsoft-Lifestyle näher bringen will? Denn eines ist klar, aus der Sicht von Microsoft ist unsere Technologie so quasi der Superkleber, der alles zusammenhält. Aber Technik wollen wir jetzt nicht mehr in die Schaufensterscheibe stellen, sondern die Effekte, nämlich, dass Leute gerne miteinander produktiv sind.

Virtualisierung:  Wir haben die Mitarbeiter in die Wolke geschickt

Ich war wie gesagt Teil dieses Umgestaltungs- und Change-Projektes bei Microsoft. Wir haben dieses Projekt 2010 begonnen, 6 Monate geplant, 3 Monate gebaut und während dieser Zeit auch die gesamte Belegschaft von Microsoft Österreich de facto in die Wolke geschickt, um gleich einmal zu üben, wie denn das so ist, einmal kein Office zu haben, also wie die „Virtualisierung in einem Unternehmen“ so funktioniert. Wir haben das Projekt von der Fachhochschule in Krems begleiten lassen, die auch die Nagelprobe gemacht hat, sprich Umfrage bei den Mitarbeitern vor Umbau, kurz danach und ein Jahr später. Da haben auch die Mitarbeiter gesagt, dass sie theoretisch überhaupt kein Office bräuchten und sie trotzdem für Microsoft erfolgreich arbeiten könnten.

Das non-territoriale Office heißt: Ich suche mir den Ort, wo ich heute arbeiten möchte

Das Microsoft Office ist nicht mehr zwingend ein Büro im klassischen Sinn, wo ich einen Vorgesetzen habe, der mir in der Früh die Arbeit bringt und am Abend dem Pauli sagt: „Das hast du gut gemacht, d‘rum wirst du auch nicht ausgelacht“. Nein, es ist ein Ort der Begegnung im wahrsten Sinn des Wortes. Bei Microsoft Österreich kommen 10.000 Leute pro Jahr und besuchen uns, schauen sich unsere Kultur auch im Rahmen von „neue-Welt-der-Arbeit“-Touren an. Da geht es auch nicht immer darum, dass wir ihnen die neueste Software oder Lösung verkaufen wollen, sondern zeigen, wie und warum dieser Organismus so gut funktioniert.

Experis:
Wie findet ihr Mitarbeiter, die zu eurer Kultur passen und wie sieht so ein typischer Tag bei euch aus?

Babyboomers, Generation Y, Generation „double klick“ – die Talents von heute haben ganz andere Bedürfnisse an Arbeitswelten

Paul Zawilensky:
Die Talents von heute haben vielleicht andere Bedürfnisse als die Elterngeneration. Die Babyboomers, die Generation X, die Generation Y, wir sagen oft die Generation „double-click“, all das verändert sich natürlich. Du hast, wenn du dir heute die Zwanzig- bis Dreißigjährigen, die von der Ausbildung in den Arbeitsmarkt kommen, ansiehst, Leute vor dir, die mit einem Selbstverständnis kommen, was digitale Technologien angeht, da stellt es mir die Haare auf, wenn ich welche hätte. Und völlig zurecht, weil sie einfach wissen, dass Digitaltransformation jetzt nicht etwas ist, was Microsoft, Apple, Google, ausgerufen haben, sondern ein Teil der menschlichen Evolution ist und irrsinnig viel ermöglicht.

Wir sitzen nicht 7 Tage die Woche mit Cafè Latte in der Karibik „in front of our laptop“

Wir haben die neue Welt der Arbeit nicht erfunden, aber wir können beweisen, dass wir dadurch produktiver geworden sind

Wie mein Arbeitstag aussieht? Cafè Latte von Montag bis Freitag, haben Sie sicher schon erraten meine Damen und Herren. Wir befinden uns nicht Montag bis Freitag in der Karibik und sitzen „in front of our laptop“, auch wenn ich das schon gemacht habe, gebe ich offen zu.

Mein Alltag? Ich bin oft im Office und nutze das Homeoffice

Mein Arbeitsalltag schaut so aus, dass ich im Grunde, nachdem ich für Verwaltung, für Entwicklung von Räumen und für Teams, für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zuständig bin, sehr viel im Office bin. Also ich bin, wenn man so will, im Prinzip ein „old Schooler“. Ich habe gerne mein Team um mich, predige aber auf der anderen Seite eine Veränderung. Bei mir kann es aber dennoch schon einmal sein, dass ich am Dienstag zu Hause bleibe und vom Home Office arbeite.

Die Leute mit Kreativität im Unternehmen halten und vor allem begeistert halten

Ich habe es zuerst erzählt, ich bin ja Musiker. Wenn ich auf Tour bin, dann sind die Konzerte meistens am Abend, dann kann ich untertags E-Mails für Microsoft machen und natürlich auch meine Arbeitszeiten so ein bisschen flexibel gestalten.

Interview mit Paul von Microsoft über den Arbeitsplatz der Zukunft

Experis:
Viele Unternehmen werden sich jetzt fragen: Okay, wo beginne ich da? Wir haben ja in Österreich sehr viele traditionelle Unternehmen, auch bezüglich der Unternehmenskulturen, also in vielen Unternehmen sind Home Office und flexible Arbeitszeiten noch gar kein Thema. Dann kommt  Microsoft als tolles Beispiel und man fragt sich wirklich: Wie habt ihr da begonnen? War die Unternehmenskultur da schon zu Beginn so? Habt ihr den Raum an die Unternehmenskultur angepasst, also was war zuerst? Die Henne oder das Ei?

Paul Zawilensky:   
Jedes Unternehmen hat seine Unternehmenskultur, seine Wertigkeit, seine Geschichte und seinen Erfolg. Und die neue Welt der Arbeit bei Microsoft ist eine andere als bei dem Unternehmen Huber oder Meier, das vielleicht Schmiermittel herstellt oder Autoreifen oder Hochtechnologie. Wir wissen es nicht. Die Kunst ist hier eher zu sagen: „Was für eine Unternehmenskultur habe ich und wie bringe ich sie in die neue Zeit“?

Viele Unternehmen haben Ängste, wenn ihnen Mitarbeiter mit Flexibilität kommen

In vielen Unternehmen sind auch Ängste vorhanden-, wenn man jetzt mit Flexibilität kommt. Wenn ich zum Beispiel ein Rechtsanwaltsbüro oder eine Bank bin, dann will ich vielleicht auch nicht Tweets wie bei den Entertainment-Unternehmen und dass alle Mitarbeiter nur mit Smartphones herumrennen, alles irrsinnig freaky. Ich werde mir sagen, dass jedes Unternehmen auch vielleicht Unternehmensinhalte hat, die nicht flexibel sein können, aber zur Kultur und zum Erfolgskonzept gehören.

Experis:
Welchen Tipp hast du für Unternehmen? Wie können sie eine kleine Selbstreflexion auch in der eigenen Unternehmenskultur starten und sich wirklich mit einfachen Mitteln in eine neue Zeit bewegen?

Paul Zawilensky: 

Die Frage ist: Wie kann man mit der ureigenen Unternehmenskultur in die neue Zeit kommen?

Als erstes würde ich in dem Betrieb die Verantwortlichen definieren. Die sollen sich an einen Tisch setzen und sich fragen: Haben wir einen Leidensdruck? Aus Microsoft-Perspektive und vor allem aus Paul Zawilenskys Perspektive sage ich da zu allererst: Seien Sie gescheit! Gönnen Sie sich was! Machen Sie eine kostenlose Tour bei Microsoft, wir zeigen Ihnen das in zirka 60 Minuten. Es gibt das-neue-arbeiten.at (Anmerkung: http://www.microsoft.com/de-at/unserunternehmen/das-neue-arbeiten/), da kann man auch gleich einen kleinen Selbsttest machen, Größe des Unternehmens, Mitarbeiterzahl, was wären für mich die Benefits der neuen Welt der Arbeit, flexible Arbeitszeit, attraktive Talents, geringe IT-Kosten, geringere Umbaukosten, besserer Carbon-Footprint, weil die Leute ja auch weniger ins Office pendeln müssen. Die Leute arbeiten kreativer, organisierter, die Kommunikation ist durch interne Kommunikationsplattformen à la Facebook natürlich wesentlich flexibler, weil die Leute diskutieren und dann nicht nur mit E-Mail oder mit Telefon kommunizieren, sondern einen Messenger haben und, Real Time miteinander kommunizieren können. Während wir hier sitzen, hat mich auf Skype jemand angerufen, am klassischen Telefon und am Messenger drei verschiedene Leute eine Message hinterlassen. Und sie haben uns nicht wirklich gestört. Ich musste nur bei einem reagieren, bei all den anderen konnte ich direkt antworten.

Experis: 
Du bist ja auch Band Leader, kannst uns du noch ein bisschen erzählen, welche Band, welcher Stil und wo sind die nächsten Auftritte?

Paul Zawilensky:
Die Band heißt Dubblestandart, das neue Album heißt „Dubrealistic“, wir sind eine Dub and Reggae-Band aus Wien, die seit 1988 existiert und am 29. Juli ihr neuestes Album auf Vinyl-CD und online „all over the world“ präsentiert hat. Wir sind, ich würde sagen, im Alternative Bereich tätig, wir sind seit 2002 beim deutschen Label Echo Beach gesigned. Echo Beach wurde groß durch solche Bands wie Seed und Absolute Beginners und Jan Delay.

Dub ist eine Splittermusik von Reggae, wenn man so will, „mostly instrumental“, sehr „soundscapish“. Wir haben mit einigen bekannten Leuten aus der Reggae-Szene schon vieles gemacht. Marcia Griffith, die bei Bob Marley gesungen hat, Ken Boothe, etc. etc., in Österreich mit Supermax, der leider nicht mehr unter uns ist –  großes Talent. Ich habe erwähnt, das 15. Album ist jetzt erschienen, in Summe. Nächster Auftritt, die finale Frage, ist für mich, wenn du es genau wissen willst, in Philadelphia.. Ich spiele auch in einer Allstar-Band mit dem Lee Perry, der Bob Marley entdeckt hat und kann damit natürlich auch Dubblestandart aus Österreich auch sehr gut promoten. Österreich, da müssen wir derweil noch ein bisschen warten, am Kopffest haben wir 2015 gespielt. Wer Dubblestandart hören und fühlen möchte, gehe auf www.dubblestandart.com.

Viel Spaß beim dubben und grooven. Mächtig Bass, der macht Spaß!

Experis:
Danke! Und damit unsere Corporate-Blog-Leser und Facebook-Likes da auch noch in die Höhe schnellen, werden wir natürlich auch Alben von dir verlosen. Ich danke dir sehr für das Interview, du musst jetzt schon zum nächsten Skype Call und der Messenger ruft auch schon! Hast du noch ein Schlusswort für uns?

Bleibt farbenfroh und anders

Paul Zawilensky:
Seid immer anders als eure Umgebung glaubt, bleibt farbenfroh, es bleibt anders! Viel Spaß an alle euch da draußen! Von Paul

» Mehr Informationen zur neuen Arbeitswelt von Microsoft

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