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Social Media im Personalmanagement

Social Recruiting: Wie Sie Ihren Employer Brand im Social-Media-Universum richtig positionieren und dadurch die richtigen Bewerber anziehen.

Wir haben bei Experis im zweiten Teil der Social-Recruiting-Serie nachgefragt.

Soziale Netzwerke für die Personalbeschaffung zu nutzen, ist ein heißes Thema im Personalbereich. Social-Media-Kanäle sind mittlerweile unser virtuelles Zuhause und der soziale Raum unserer Zeit. Auch 8 von 10 Bewerbern suchen online nach einem Job. Oft sind Personalentscheidern die Möglichkeiten noch nicht klar genug und erste Schritte werden mangels Zeitkapazität oder Know-how nicht gesetzt. Wie man von einer One-Voice-Policy zum Dialog auf Augenhöhe findet und authentischen Content produziert, haben wir im zweiten Teil der Social-Recruiting-Serie mit Experis-Expertin Leora Leksani und Employer Branding-Online-Expertin Andrea Starzer diskutiert.

Experis Experteninterview zum Thema Social Media im Personalmanagement

Experis: Welche Social-Media-Strategie setzt Experis ein?

Leora Leksani: Die Social-Media-Strategie von Experis konzentriert sich bewusst auf die Verwendung einer beschränkten Anzahl von Social-Media-Kanälen. Wir setzen auf Qualität statt Quantität. Wir sind auf den Plattformen Youtube, FacebookXING und Kununu für die externe Kommunikation und Google+ für die interne Kommunikation vertreten. Unsere – seit den letzten 3 Monaten – sehr authentischen Videos spielen wir auf unserem Youtube-Kanal sowie Facebook ab. Auf diesen Videos wird spürbar, wofür wir stehen und welche Werte wir leben. Diese Werte sind Innovation, Menschen und Wissen. Wir wollen damit die richtigen Zielgruppen an Kandidaten erreichen und uns als Experten für HR-Dienstleistungen positionieren.

Experis: Wer soll im Unternehmen für die Betreuung der Social-Media-Kanäle zuständig sein?

Leora Leksani: Für die Betreuung kann HR, Marketing oder auch die Geschäftsleitung zuständig sein. Dies hängt vor allem von den Unternehmensstrukturen, der Größe und dem vorhandenen Wissen ab. Wichtig ist jedenfalls, dass es für das Unternehmen klare Richtlinien für die Social-Media-Nutzung gibt. Es braucht Social-Media-Guidelines, die jeder Mitarbeiter kennen muss. Da die Mitarbeiter oft selbst in den Social-Media-Kanälen unterwegs sind, muss klar sein, welche Kategorien an Inhalten veröffentlicht werden und welche nicht.

Active Sourcing ist nicht mehr eine Exklusivität für Headhunting, sondern Pflicht für jeden Personalmanager.

Employer Branding-Online-Expertin Andrea Starzer

Andrea Starzer: Wir unterstützen viele Unternehmen im HR-Online-Bereich – am einfachsten und für beide Seiten ressourcenschonend wie praktisch ist folgende Vorgehensweise: Das Unternehmen betreut einen Social Kanal selbst (z. B. Facebook). Dadurch ist bekannt, welcher Text & welches Bild freigegeben und für das Unternehmen in Ordnung ist. Auf dieser Basis übernehmen wir als Agentur das Posting und verteilen in definierten wie relevanten anderen Social Kanälen. Schließlich muss das Unternehmen ja auch dort präsent sein, wo sich die Zielgruppe aufhält und die ist zweifelsfrei omnipräsent. Diese Vorgehensweise entspannt auch den Abstimmungsaufwand. Ideal im Unternehmen selbst ist auch, wenn MitarbeiterInnen aus unterschiedlichen Bereichen Input für Social liefern – je bunter, desto lieber.

Der War for Talents ist ohne Social Media Präsenz verloren.

Leora Leksani: Der „War for Talents“ ist verloren, wenn sich das Unternehmen für keine Social Media-Präsenz entscheidet. Aus dem einfachen Grund, dass die meisten Unternehmen bereits online vertreten sind und das Allerbeste tun, um sich attraktiv für potentielle Mitarteiter darzustellen.

Experis: Sind die Kommunikationsbedürfnisse der Generationen unterschiedlich?  

Leora Leksani: Ja! Unterschiedliche Altersgruppen bedürfen unterschiedlicher Arten von Kommunikation. Um die jüngere Generation zu erreichen, ist digitale Kommunikation unvermeidbar. Bei den älteren Generationen wie der Generation X steht noch die persönliche Kommunikation im Fokus.  

Die nächste Generation besinnt sich wieder auf alte Werte.

Andrea Starzer: Generation R – wie Relaxed, die sich wieder auf alte Werte besinnt, beschäftigt uns bereits. Um sie zu gewinnen und zu begeistern  – egal ob offline oder online – müssen wir Vertrauen, Sicherheit vermitteln. 

Experis Wie sieht die optimale Candidate Experience aus?

Experis-Expertin Leora Leksani

Leora Leksani: Diese hängt immer vom Unternehmen und der jeweiligen Unternehmenskultur ab. Idealerweise sollte es ein harmonischer und runder Prozess sein: Vom Recruiting bis zur Trennungsphase. Diese Phasen sollten aufeinander abgestimmt und professionell gestaltet sein.

Man merkt sofort, ob das Außenbild mit dem inneren Bild zusammenpasst.

Andrea Starzer: Das Wichtigste ist, darauf zu achten, dass das Außenbild mit dem Innenbild zusammenpasst. Wenn das nicht stimmig ist, merkt man das oft schon, wenn man bei der Tür hineinkommt. So wird es auch dem Bewerber gehen und wir wissen längst, dass der 1. Eindruck zählt – nämlich bei beiden ;-)

Leora Leksani: Es muss kommuniziert werden, was der Wahrheit im täglichen Unternehmensleben entspricht. Alle Informationen sollen authentisch und realitätsnah sein.

Experis: Welche Herausforderungen kommen auf Personaler zu? 

Andrea Starzer: Ich treffe immer wieder auf HR- und Marketing Manager, die denken,  man könnte das Thema Social Media aussitzen. Falsch gedacht, denn wir sind nicht mittendrin, sondern es fängt erst an. Diesen Spagat müssen Personalmanagement und Marketing nun machen. Früher ging es vorrangig um administrative Themen im Personalbereich. Mittlerweile müssen auch HR-Manager Know-how rund um Social Recruiting und Online Marketing mitbringen. Es wird viele neue Berufsfelder geben, die sich darauf spezialisieren. Neue Berufsgruppen werden sich entwickeln, die auch sehr IT-lastig sind. Die Frage ist: Wieviel Programmierkenntnisse sollte der HR-Manager jetzt schon haben? Ich denke, wer sich Google Analytics & Co zum Freund macht, kennt seine Website-Besucher schon recht gut und weiß so auch über seine Recruitingkosten viel besser Bescheid.

Leora Leksani: In den nächsten Jahren wird eine hohe IT-Affinität seitens des HR-Managers ein erforderliches Kriterium sein, um die Rolle erfolgreich durchführen zu können.  

Andrea Starzer: Das HR-Management steht vor vielen Herausforderungen: Demografische Veränderungen zwingen zum Umdenken, flexiblere Arbeitszeiten und sinkende Bereitschaft zu Überstunden werden uns auch beschäftigen. Work-Life-Balance wird groß geschrieben.

Leora Leksani: Es müssen auch Veränderungen im Führungsstil stattfinden. In Zukunft geht es in der Führung mehr um Coaching. Auch die Work-Life-Balance ist für die kommenden Generationen sehr wichtig.

Experis: Wo merken Sie die Unterschiede in der täglichen Arbeit?

Leora Leksani: Ich persönlich komme aus der Executive Search und arbeite seit 5 Jahren bei Experis in diesem Bereich. Gerade beim Headhunting sind Social Media bzw. Active Sourcing unerlässlich. Wir merken in den letzten Jahren eine deutlich steigende Online-Präsenz der Kandidaten. Die Profile sind aktuell, es wird aktiv gepostet. Es ist ein Wandel im Gange, der auch einige Vorteile für uns Personalberater mitbringt.

Andrea Starzer: Durch Social Media hat sich nicht nur der HR-Bereich verändert. Oft stelle ich mir die Frage „Trifft man sich eigentlich noch?“, denn wir bekommen über soziale Kanäle ohnehin vieles ungefragt mit. Meine Empfehlung in Bewerberrichtung ganz klar – denken Sie an Ihr Online Profil. Achten Sie auf Ihren Auftritt in Xing und LinkedIn, bringen Sie Ihre Marke ICH zum Glänzen und treten Sie auch Expertengruppen bei.

Wir danken ganz „social“ den beiden Expertinnen für das Gespräch!

» Hier geht´s zu Teil 1 der Serie Social Recruiting