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Datenschutz von Bewerberdaten

Seit Einführung der DSGVO am 28.05.2018 ist der Datenschutz personenbezogener Daten ein viel diskutiertes Thema – und in dessen Zuge auch, ab wann Bewerberdaten gelöscht werden können bzw. dürfen.

Im Datenschutzrecht wurde am 27.8.2018 die erste Entscheidung der Datenschutzbehörde (DSB) zur zulässigen Dauer der Speicherung von Bewerberdaten getroffen. Die Behörde hat entschieden, dass die Speicherung von Bewerberdaten für die Dauer von sieben Monaten gerechtfertigt, angemessen und verhältnismäßig ist. Hintergrund dieser Entscheidung war ein Löschantrag eines ehemaligen Bewerbers, der für die Dauer von sieben Monaten nach Eingang der Bewerbung vom Unternehmen nicht umgesetzt wurde. Zu Recht, wie die Datenschutzbehörde festhielt.

Speicherung von Bewerberdaten

Die DSB begründete diese Entscheidung folgendermaßen: Ansprüche nach dem Gleichbehandlungsgesetz aufgrund einer Absage eines Bewerbers auf eine offene Stelle können innerhalb einer sechsmonatigen Frist vom Bewerber beim Unternehmen eingebracht werden. Um einen potenziellen Klageweg einzuberechnen, darf das Unternehmen einen zusätzlichen Monat hinzurechnen. Somit dürfen personenbezogene Daten des Bewerbers für in Summe sieben Monate nach Bewerbungseingang zur Abwehr eines potentiellen Anspruchs gespeichert werden.

Für diese Dauer muss das Unternehmen dem Löschantrag des Kandidaten jedenfalls nicht Folge leisten. Eine längere Speicherung würde eine weitere Rechtsgrundlage benötigen.

Gastbeitrag von Mag. Erwin Fuchs, Selbständiger Rechtsanwalt bei Northcote.Recht